Die Wien-Tour für Freunde und Bekannte

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Dieser Text wurde ursprünglich auf waldviertler.wien veröffentlicht, ein Online-Magazin über das Leben in Wien von und für Menschen aus dem Waldviertel. Die Website seit April 2023 offline. Dies ist eine Archiv-Version.

Wien ist unglaublich touristisch. Im Alltagstrott bekommt man allerdings gar nicht so viel davon mit. Wenn dann aber einmal Freunde nach Wien kommen, steht man vor der großen Frage: “Was zeige ich ihnen?”. Wir schaffen Abhilfe.

Wer schon länger in Wien wohnt, kennt es sicherlich. Ein Freund oder eine Freundin kommt von der anderen Seite Österreichs oder aus einem anderen Land für ein paar Tage nach Wien. Die Gelegenheit möchte man als Quasi-Gastgeber natürlich nutzen, um ihnen die Stadt zu zeigen. Aber Moment. Was soll ich ihnen überhaupt zeigen?

Das Ding ist: Wer aus dem Waldviertel nach Wien zieht, war mit ziemlicher Sicherheit schon einige Male vorher in der Stadt. Spätestens mit der Wienwoche hat man alle großen Sehenswürdigkeiten gesehen. Deshalb spart man sich das Touristenprogramm beim Umzug. Erst wenn jemand zu Besuch kommt, merkt man, dass man doch fast nichts mehr von der Wienwoche weiß.

Nun gut. Für was gibt es denn waldviertler.wien. Wir haben für eine last-minute Tour durch die Innenstadt zusammengestellt, mit denen du deinen Freunden besten Ecken Wiens näherbringst. Wir beginnen beim Volkstheater und arbeiten uns schrittweise zu den Sehenswürdigkeiten vor.

So sieht die ungefähre Route aus. Mit Pausen dauert sie deutlich länger als hier angegeben. So sieht die ungefähre Route aus. Mit Pausen dauert sie deutlich länger als hier angegeben.

Spielwiese erster Bezirk

Zweifellos ist der erste Bezirk der eindrucksvollste Stadtteil Wiens. Vor allem für die, die vorher noch nie in Wien waren. Er ist historisch geprägt, voller Prunk und Heimat des Stephansdoms. Wer nach Wien kommt und die volle Pracht der Stadt sehen will, kommt um die Innenstadt nicht herum. Deshalb ist sie auch der Ausgangspunkt der Tour. Genaugenommen das Volkshteater, von dem aus es Richtung Innenstadt geht.

Was folgt, ist ein längerer Spaziergang, der eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten abdeckt. Verkehrsmittel der Wahl sind dabei die eigenen Füße. Zu Fuß sieht man einfach am allermeisten von der Stadt und die Öffis fahren die Route ohnehin nicht ab. Beim Spazierengehen finden sich oft die besten Ecken.

Vom Volkstheater aus geht es zuerst in Richtung Maria-Theresien-Platz. Zum naturhistorischen und zum kunsthistorischen Museum. Die beiden Museumsgebäude erinnern mit ihrer Bauweise an die K und K Monarchie im 19. Jahrhundert. In der Mitte des Platzes befindet sich das Maria-Theresien-Denkmal. Die dürfte wohl jedem ein Begriff sein.

Die Maria-Theresien-Statue inmitten der beiden Museen. / Foto: Bwag Die Maria-Theresien-Statue inmitten der beiden Museen. / Foto: Bwag

Heldenplatz, Hofburg, Oper

Weiter geht es durch den Volksgarten zum Heldenplatz. Speziell im Sommer lohnt sich ein kurzer Zwischenstopp im Volksgarten. Er ist immens gemütlich und bietet einen guten Überblick über Heldenplatz und Hofburg.

Der Heldenplatz selbst ist eine der zentralsten Stätten Österreichs und ein Stück Geschichte. Die beiden Reiterstatuen am Platz sind Statuen der Kriegshelden Erzherzog Karl und Prinz Eugen. Sie erinnern an den Sieg über Napoleon und die erfolgreiche Abwehr der Türken in Wien. Immer wieder finden hier historische Kundgebungen, Demonstrationen und Gedenkfeiern statt. Direkt beim Heldenplatz liegt übrigens auch das Weltmuseum.

Hier im Bild: Das Denkmal von Erzherzog Karl am Heldenplatz. / Foto: Bwag Hier im Bild: Das Denkmal von Erzherzog Karl am Heldenplatz. / Foto: Bwag

Im Anschluss folgt ein Spaziergang durch die Hofburg - der ehemaligen Residenz der Habsburger und heutige Sitz des Bundespräsidenten. Bis 2020 residiert hier wegen Umbauarbeiten des Parlaments auch der gesamte Nationalrat. Außerdem grenzt die Hofburg an die spanische Hofreitschule an – ebenso ein Stück Wiener Leitkultur.

Nach Heldenplatz und Hofburg folgt dann die erste längere Strecke Richtung Staatsoper. Das Gebäude der Wiener Staatsoper ist riesig und vermittelt gemeinsam mit der Umgebung ein Gefühl von purem Wien. Nur wenige Gehminuten weiter, befindet sich außerdem die Karlskirche, ein weiteres Wahrzeichen Wiens.

Die Wiener Staatsoper. / Foto: Bwag Die Wiener Staatsoper. / Foto: Bwag

Über die Kärntner Straße zum Steffl

Karlskirche und Oper bieten einen perfekten Ausgangspunkt, um die Kärnter Straße entlang Richtung Stephansdom zu gehen. Sie ist eine der bedeutensten, wenn nicht die bedeutenste, Einkaufsstraße Wiens. Wer ein Souvenir sucht, findet es mit Sicherheit hier.

Nach einer kurzen Bummeltour finden wir uns beim Stephansdom wieder - dem Wahrzeichen Wiens. Der “Steffl”, wie ihn die Wiener liebevoll nennen, wurde zu einem großen Teil zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert erbaut. Der höchste Turm, der Südturm, ist 136 Meter hoch. Der Nordturm wurde nie fertiggestellt und ist deshalb nur 58 Meter hoch. Dann gibt es noch zwei Nebentürme, die Heidetürme, die um die 65 Meter hoch sind. Wer am Stephansdom vorbeikommt, sollte auch unbedingt einen Blick in den Innenraum werfen. Durch das viele Blattgold glänzt er an jeder Ecke.

Durch seine Höhe bringt man den Stephansdom kaum auf ein einziges Foto. Durch seine Höhe bringt man den Stephansdom kaum auf ein einziges Foto.

Grundsätzlich ist der Stephansdom zwischen 6 und 22 Uhr geöffnet. Zwischen 09:30 und 17:30 können Besucher außerdem den Südturm und Nordturm der Domkirche besteigen. Der Eintritt dafür kostet gute 5 Euro. Ob es das Wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Eines sei aber gesagt: Der Panoramaausblick vom Südturm bietet einen Ausblick über Wien wie sonst kaum ein anderer Ort.

Nehmt euch ruhig auch die Zeit, die Umgebung um den Stephansdom zu erkunden. Nirgendwo ist Wien kitschiger als um den Stephansdom. Außerdem finden sich hier überall Pferdekutschen, kleine Geschäfte und Wiener Kaffeehäuser. Wer während seiner Tour Lust auf eine Pause bekommt, sollte die Gelegenheit nutzen und eine Wiener Melange oder einen großen Braunen in einem der urigen, gemütlichen Cafés genießen. Vielleicht auch mit einem Stück Kuchen. Wiens Kaffeehäuser sind immer wieder ein kleines Highlight.

Eines der Café-Highlights ist das Café Central – bekannt vor allem durch Stammgäste wie Freud oder Lenin. / Foto: Philipp von Ostau

Eines der Café-Highlights ist das Café Central – bekannt vor allem durch Stammgäste wie Freud oder Lenin. / Foto: Philipp von Ostau

Universität, Rathaus und zurück zum Anfang

Genug vom Stephansdom und der Innenstadt? Dann geht es weiter in Richtung Votivkirche und der Universität Wien. Vor allem im Sommer ist der Votivpark vor der Kirche ein toller Ort für ein paar Minuten - oder Stunden, wenn man mag -  in der Sonne. Außerdem liegt direkt daneben das Hauptgebäude der Universität Wien. Das alte Universitätsgebäude könnte direkt einem Harry Potter Film entstammen und versprüht puren mittelalterlichen Charme. Im Moment studieren fast 100.000 Studenten an der Universität Wien.

Der Ausblick auf die Universität Wien vom Schottentor. Rechts befindet aus dieser Perspektive die Votivkirche. / Foto: Bwag Der Ausblick auf die Universität Wien vom Schottentor. Rechts befindet aus dieser Perspektive die Votivkirche. / Foto: Bwag

Fast direkt neben der Universität befindet sich das Rathaus, das der Uni in Sachen Eindruck in nichts nachsteht. Nur der Baustil unterscheidet sich. Das Rathaus ist, was die Bauweise betrifft, ein bisschen wie die modernere Version des Stephansdoms. Außerdem ist es der Amtssitz des Wiener Bürgermeisters, des Gemeinderats und des Landtags.

Direkt vor dem Rathaus liegt der Rathausplatz und sogar ein kleiner Park – der Rathauspark. / Foto: Gerhard Hund Direkt vor dem Rathaus liegt der Rathausplatz und sogar ein kleiner Park – der Rathauspark. / Foto: Gerhard Hund

Nur wenige Meter weiter liegt das österreichische Parlament. Seit 2017 wird es allerdings saniert und ist aktuell weder betretbar, noch gut zu besichtigen. Es ist eine Baustelle und wirkt von außen auch so. Sobald die Sanierung abgeschlossen ist, ist das Parlament aber definitiv wieder einen Besuch wert.

Das Ende vom Anfang

Nach dem Parlament geht’s wieder zurück zum Volkstheater. Insgesamt, mit Pausen, dauert die Route um die 2-3 Stunden. Das Ende der Route ist aber vermutlich nicht das Ende des Tages. Es bietet sich Museumsbesuch, ein Ausflug in den Prater, auf die Donauinsel oder nach Schönbrunn an. Die Möglichkeiten sind unzählig.

Vor der Tour ist es sicher auch sinnvoll, nochmal einige Fakten zu den jeweiligen Orten und Gebäuden zu recherchieren (oder diesen Artikel nochmal zu lesen). Mit etwas Hintergrundwissen kann das Touristenguide spielen ganz schön Spaß machen. In dem Sinn: Viel Spaß beim Erkunden.